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... ein Fragebogen,
der hilft, den
richtigen
Therapeuten zu
finden |
Eine kranke Seele wächst sich nicht aus
Checkliste hilft psychisch kranken Jugendlichen bei der Suche nach dem passenden Therapeuten
Kinder und Jugendliche brauchen eine andere Behandlung als Erwachsene – medizinisch wie psychotherapeutisch.
Mindestens fünf Prozent aller Kinder und Jugendlichen in Deutschland haben nach Schätzung von Experten eine
dringend behandlungsbedürftige psychische Störung. Rund 20 Prozent gelten als psychisch auffällig.
Um den Betroffenen und ihren Angehörigen den Weg zur Therapie zu erleichtern, haben Psychologen der
Christoph-Dornier-Klinik eine Checkliste zur Therapeutensuche erstellt.
„Psychische Krankheiten im Kindes- und Jugendalter wachsen sich nicht einfach aus. Im Gegenteil, ohne fachgerechte
Behandlung verlaufen sie in jedem zweiten Fall chronisch“, warnt Silvia Uhle, Leitende Psychologin der
Christoph-Dornier-Klinik in Münster.
Nur selten treten psychische Auffälligkeiten isoliert auf. Meistens liegt eine Mischung von Problemen aus
verschiedenen Störungsbereichen vor, insbesondere bei Jugendlichen. Dies erschwert zum einen die eindeutige
Zuordnung der Störungen zu den Diagnosekategorien, zum anderen erfordert es in der Therapie eine multimodale
Herangehensweise. Das heißt, den Einsatz verschiedener Therapie-Bausteine, die individuell auf die Symptomatik
des jugendlichen Patienten abgestimmt werden und auch die Bezugs-personen einbeziehen.
Wesentlich ist neben der Therapieform aber auch der Therapeut selbst. In der psychotherapeutischen Behandlung von
Jugendlichen gibt es drei Kernprobleme, denen ein Therapeut gewachsen sein muss:
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Die Jugendlichen selbst haben häufig kein oder nur ein gerin-ges Problembewusstsein. Änderungsbedarf wird eher bei den anderen gesehen. Dementsprechend schwierig ist es sie zu einer Verhaltensänderung zu motivieren. Trotz Leidensdruck haben viele Jugendliche große Schwierigkeiten, therapeutische Angebote anzunehmen und sich in entsprechende Settings einzuordnen. Die Vorstellung beim Therapeuten erfolgt meist auf Initiative der Eltern oder Lehrer. |
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Ein weiteres Problem sind die oft entgegengesetzten Zielvorstellungen der Jugendlichen und ihrer Bezugspersonen. Zumal Jugendliche zwar ausdrücken können, was sie in Opposition zu Eltern und Lehrern nicht wollen, aber Schwierigkeiten haben eigene Ziele zu formulieren. |
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Außerdem fällt es ihnen schwer, in der Therapie Erarbeitetes auf alltägliche Lebensbereiche zu übertragen und erreichte Veränderungen zu stabilisieren. |
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Auf der Suche nach dem passenden Therapeuten für Kinder und Jugendliche
Eine Checkliste der Christoph-Dornier-Klinik, Münster
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Vor dem ersten Termin:
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Klären Sie, ob der Therapeut die gesetzlichen
Voraussetzungen zur Ausübung seines Berufes erfüllt. Trägt er also die Bezeichnung Psychologischer
oder Ärztlicher Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeut? |
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Ist er auf die Behandlung des Problems Ihrer Tochter/ihres Sohns spezialisiert?
Werden Sie skeptisch, wenn er behauptet, er könne alles behandeln. |
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Haben Sie bereits von einer Therapiemethode gehört,
die Ihnen schlüs-sig erscheint? Auch die Lektüre einschlägiger Zeitschriften und Internet-Medien ist hilfreich. |
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Während der ersten Gespräche:
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Sie beziehungsweise Ihr Kind haben zu Beginn einer
ambulanten Psy-chotherapie das Recht auf fünf Probesitzungen. Erst am Ende dieser fünf Sitzungen müssen Sie und
Ihr Kind sich für oder gegen eine Zu-sammenarbeit mit dem Therapeuten entscheiden. |
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Lassen Sie sich erklären, wie der Therapeut arbeitet.
Die Erklärungen sollten für Sie als Eltern, aber auch für Ihr Kind schlüssig sein. Bei Jugendlichen
sollte dies in einem gemeinsamen Gespräch mit Eltern, betroffenem Jugendlichen und dem Therapeuten erfolgen.
Professionelle Psychotherapeuten sind darauf eingestellt, ihr Vorgehen verständlich darzustellen. |
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Fühlt sich Ihr Kind bei dem Therapeuten gut aufgehoben?
Auch wenn nach der ersten Stunde noch einiges unklar ist, sollte sich Ihre Tochter/Ihr Sohn in der Therapiesitzung
wohl gefühlt haben. Wenn Sie unsi-cher sind, sollten Sie ihr/ihm aber noch zwei bis drei Sitzungen Zeit geben,
um das Verhältnis eindeutig zu klären. |
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Erarbeitet der Therapeut im Rahmen der ersten Sitzung konkrete
Therapieziele mit Ihnen als Eltern beziehungsweise mit dem Jugendlichen persönlich? |
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Macht der Therapeut eine ausführliche Diagnostik? Präsentiert
er bereits in der ersten Stunde Diagnose und vollständigen Therapieplan oder beginnt sogar sofort mit der Behandlung,
kann etwas nicht stimmen. Allerdings sollte Ihnen der Therapeut spätestens mit Ablauf der Probesitzungen eine
Einschätzung der Prognose und der Dauer der Therapie geben können. |
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Das sollte Sie skeptisch stimmen:
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Auf dem Praxisschild des Therapeuten oder im Telefonbuch
stehen viele unterschiedliche Angebote, unter anderem auch Psychotherapie. Fragen Sie den Therapeuten nach
seinen Erfahrungen in der Behandlung Ihrer speziellen Problematik beziehungsweise der Ihres Kindes. |
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Der Therapeut kann Ihnen beziehungsweise Ihrem Kind sein
Vorgehen nicht ausreichend erläutern oder verneint Erklärungen mit Argumenten, dass es zum Beispiel der
Therapie schade, zu viel Transparenz herzustellen. |
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Der Therapeut lässt Ihnen keinen Raum für eigene Fragen.
Ist Ihr Gegenüber ungehalten über Ihre Fragen beziehungsweise denen Ihrer Tochter/Ihres Sohnes oder verspüren
Sie Ablehnung, sollten Sie die Zusammenarbeit beenden. |
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Link |
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