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DIE DIAGNOSE VON ALKOHOLABHÄNGIGKEIT |
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Zum ersten Mal wurde Alkoholismus im Jahr 1774 vom amerikanischen Arzt
Benjamin Rush als ”Krankheit des Willens” beschrieben und wurde
so zum Gegenstand medizinischer bzw. psychologischer Forschung. Seit 1968
ist Alkoholabhängigkeit gesetzlich als Krankheit anerkannt, das heißt
die Betroffenen haben Anspruch auf eine Behandlung.
Um Alkoholabhängigkeit und –missbrauch zuverlässig feststellen
zu können, wurden von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) Kriterien
zur Diagnose festgelegt. Diese Kriterien finden sich in der Internationalen
Klassifikation psychischer Störungen (ICD-10) oder im Diagnostischen
und Statistischen Manual psychischer Störungen (DSM-IV). Gerade in
den letzten Jahren wurden die Kriterien zunehmend verfeinert und spezifiziert,
was immer zuverlässigere und sicherere Diagnosen möglich macht.
Wichtig bei der Diagnose ist die Unterscheidung zwischen Alkoholabhängigkeit
und Alkoholmissbrauch.
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Der Betroffene
trinkt häufig
mehr
oder über einen
längeren Zeitraum,
als er sich vor-
genommen hatte...
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Kriterien
für Alkoholabhängigkeit
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1. Toleranzentwicklung:
Eine Steigerung der Toleranz kann sich darin zeigen, dass eine erhebliche
Dosissteigerung erforderlich ist, um die gewünschte Wirkung
zu erzielen oder dass eine gleichbleibende Dosis zu einer deutlich
geringeren Wirkung führt.
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2. Entzugssymptome
Nach Beendigung oder Einschränkung eines übermäßigen
oder langandauernden Alkoholkonsums kommt es zu typischen Symptomen
wie Schwitzen oder erhöhtem Puls, Zittern der Hände, Schlaflosigkeit,
Übelkeit oder Erbrechen, vorübergehenden Halluzinationen,
Unruhezuständen oder Angst. Wenn mindestens zwei dieser Beschwerden
vorliegen, spricht man von Entzugssymptomen. Diese Symptome lassen
nach, wenn wiederum Alkohol konsumiert wird.
Es existiert jedoch auch eine ansehnliche Minderheit von Alkoholabhängigen,
die nie unter Entzugssymptomen zu leiden haben und nur 5% der Betroffenen
erleben jemals ernsthafte Komplikationen beim Entzug.
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3. Häufigkeit
Der Betroffene trinkt häufig mehr oder über einen längeren
Zeitraum, als er sich vorgenommen hatte.
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4. Abbruchversuche
Es besteht ein anhaltender Wunsch oder erfolglose Versuche, den
Alkoholkonsum zu verringern oder zu kontrollieren.
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5. Beschaffungsaufwand
Es wird viel Zeit darauf verwendet, Alkohol zu beschaffen (z. B.
Fahrt längerer Strecken) oder zu konsumieren.
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6. Einschränkung von Aktivitäten
Wichtige soziale, berufliche oder Freizeitaktivitäten werden
aufgrund des Alkoholkonsums aufgegeben oder eingeschränkt.
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7. Gesundheitsschäden
Die Betroffenen trinken weiterhin Alkohol trotz vorhandener körperlicher
oder psychischer Probleme, die wahrscheinlich durch den Alkoholkonsum
verursacht wurden (Leberschäden, Depression).
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Als Kurzdefinition von Alkoholabhängigkeit kann festgehalten werden:
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Alkoholabhängig ist entweder
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wer den Konsum von Alkohol nicht beenden kann, ohne dass
unangenehme Zustände körperlicher oder psychischer
Art eintreten oder
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wer nicht aufhören kann zu trinken, obwohl er sich
oder anderen immer wieder schweren Schaden zufügt.
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Alkoholkonsum
führt dazu,
dass wiederholt
Verpflichtungen
nicht erfüllt
werden...
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Kriterien für Alkoholmissbrauch
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1. Leistungsabfall
Alkoholkonsum führt dazu, dass wiederholt Verpflichtungen bei
der Arbeit, in der Schule oder im Haushalt nicht erfüllt werden
(z. B. Fehlzeiten bei der Arbeit, schlechte Schul- oder Arbeitsleistungen,
Schuleschwänzen, Vernachlässigung von Kindererziehung
oder Haushalt).
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2. Gefährdungen
Die Betroffenen trinken wiederholt in Situationen, in denen es aufgrund
von Alkoholkonsum zu körperlichen Gefährdungen kommt (Alkohol
am Steuer, Bedienen von Maschinen).
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3. Gesetzliche Konflikte
Wiederkehrende Probleme mit dem Gesetz aufgrund von Alkoholkonsum
(Festnahme wegen Alkohol am Steuer oder auffälligen Verhaltens
in der Öffentlichkeit).
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4. Soziale/Zwischenmenschliche Probleme
Alkohol wird fortgesetzt getrunken, obwohl massive Probleme in Bezug
auf den Alkoholkonsum im sozialen und zwischenmenschlichen Bereich
bestehen (z. B. Auseinandersetzung mit dem Ehepartner).
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Wenn zu diesen Kriterien eine Toleranzentwicklung oder das Auftreten
von Entzugssymptomen hinzukommen, ist eher von einer Abhängigkeit
als von einem Missbrauch auszugehen.
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© CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2009
Tibusstrasse 7- 11, 48143 Münster, Telefon: 0251 48 10-0
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