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Die Ebene der Gefühle
Wer depressiv ist, fühlt sich i.d.R. niedergeschlagen und gedrückt.
Dabei können Ängste der unterschiedlichsten Art und Intensität
auftreten – von einem mulmigen Gefühl bis zu Panikattacken.
Je stärker die Depression wird, desto mehr können sich Verzweiflung,
innere Leere, ja das Gefühl vollständiger Abgestorbenheit ausbilden.
Wichtig ist, dass Depressive die Frage nach einer gedrückten
Stimmung nicht unbedingt bejahen müssen. Für nicht wenige Betroffene
stehen körperliche Probleme (Unruhe, Schmerzen, Schlafstörungen
u.Ä.) im Vordergrund. Man spricht dann von sogenannten "larvierten"
(unter einer Maske verborgenen) Depressionen. Weniger bekannt ist auch,
dass manche Betroffene entgegen ihrer sonstigen Art gereizt und aggressiv
reagieren.
Die Ebene des Denkens
Depressives Denken ist inhaltlich
durch Sorgen, Pessimismus, Selbstvorwürfe, Schuldgefühle, Zweifel
an den eigenen Fähigkeiten u.Ä. charakterisiert. Infolge der
negativen Einschätzung der eigenen Fähigkeiten und der eigenen
Zukunft wird man immer hoffnungsloser. Sinnlosigkeit, Lebensüberdruss
und schließlich Selbstmordgedanken sind die Folge. Daneben lassen
sich auch formale, den Stil des
Denkens betreffende Auffälligkeiten feststellen: typisch ist eine
Neigung zum Schwarz/Weiß-Denken, das die vielen Graustufen des Lebens
nicht berücksichtigen will, oder zu willkürlichen Schlussfolgerungen.
Im letztgenannten Fall werden z.B. negative Eindrücke oder Erfahrungen
verallgemeinert. Beispiele: "Wenn Susi mich nicht mag, wird mich
auch niemand sonst mögen", "Es wird mir nie mehr gut gehen,
(nachdem es mir jetzt seit drei Wochen schlecht geht)". Bei schwereren
Depressionen ist die Denkfähigkeit insgesamt eingeschränkt:
Es kommt zu Konzentrations- und Gedächtnisstörungen, eine Verlangsamung,
ja Lähmung des Denkens kann einsetzen; ebenso kann es zu einer Beschleunigung
des Denkens in der Form eines anhaltenden, zunehmend gehetzten Grübelns
kommen.
Die Ebene der Motivation
Die Motivation, sich um die täglichen Aufgaben und Projekte zu kümmern,
ist typischerweise in der Depression eingeschränkt. Es kommt zu Antriebslosigkeit
und einem Verlust an Interesse. Man hat das Gefühl, sich zu allem
zwingen zu müssen, vernachlässigt die alten Interessen und wird
immer entschlussunfähiger. Bei manchen Depressiven ist die Ambivalenz
so groß, dass sie auf der Stelle treten, weil sie sich nicht zwischen
zwei Möglichkeiten entscheiden können. Im Extremfall tun Depressionskranke
schließlich gar nichts mehr; sie sind seelisch gelähmt.
Die Ebene der Motorik
Schwere Depressionen schlagen stets auf die Verhaltensebene durch. Es
kann zu einer sichtbaren Unruhe mit überschießenden Bewegungen
wie Nesteln, Hin-und-her-Laufen, etc. kommen oder zu einer Verlangsamung
und Bewegungseinschränkung beim Gehen, Sprechen und Arbeiten.
Die Ebene der sozialen Kontakte
Die beschriebenen Beschwerden haben natürlich Auswirkungen auf die
Art und Weise, in der man anderen gegenüber tritt. Depressive vermeiden
es oft, Blickkontakt aufzunehmen; sie schauen lieber unter sich, sprechen
leise, weichen aus und vermeiden engere Kontakte. Sozialer Rückzug
– selbst von guten Freunden – ist die typische Folge. Der Charme
und der Enthusiasmus, das soziale und kommunikative Geschick, das man
einmal besessen hat, scheinen in der Depression verschwunden zu sein.
Die körperliche Ebene
Sehr viele depressive Patienten beklagen körperliche Beschwerden.
Dies hat zur Folge, dass sie oft lange (körper-)medizinisch untersucht
und behandelt werden, bis die Depression erkannt wird. Zu den am häufigsten
beklagten körperlichen Beschwerden zählen Schlafstörungen
(Einschlaf-, Durchschlafstörungen, frühmorgendliches Erwachen),
Schwäche und Müdigkeit, Schmerzen, Appetitlosigkeit (oft mit
Gewichtsverlust) und Verdauungsstörungen und somatische Angstsymptome
(Engegefühl im Brustbereich, trockener Mund, Kloßgefühl
im Hals, u.Ä.).
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