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Auch wenn die bulimische Erkrankung komplex erscheint und mit zahlreichen
Folgeproblemen einhergeht: Eine erfolgreiche Therapie dieser Essstöurung
ist heute sehr gut möglich. Die moderne Psychotherapie, insbesondere
die kognitive Verhaltenstherapie hat in zahlreichen Untersuchungen gezeigt,
dass es allen Grund gibt, optimistisch zu sein. Mit Hilfe qualifizierter
Psychotherapeuten, die in der Behandlung bulimischer Essstörungen
spezialisiert sind, kann auch bei langjährigen Erkrankungen der Teufelskreis
der Bulimia nervosa erfolgreich überwunden werden.
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Eine erfolgreiche
Therapie
dieser
Essstörung
ist heute sehr
gut
möglich.
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A
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Ansatzpunkte der Behandlung:
Essverhalten – Angst vor dem Dicksein – Heißhungerattacken
– Konflikte
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Wie auch bei der anorektischen Essstörung sind bei der Bulimie sowohl
Psyche als auch Körper der Patientin verändert. Deshalb ist
es auch für bulimische Patientinnen kaum möglich, allein mit
Einsicht oder Willensstärke diesen Teufelskreis zu durchbrechen.
Auch der Versuch, sich allein auf die Hintergrundkonflikte zu konzentrieren
und das Essverhalten nicht direkt anzugehen, führt in der Regel nicht
zum Erfolg. Vielmehr ist es notwendig, gezielt die Faktoren zu verändern,
die den Teufelskreis aufrecht erhalten: Das restriktive Essverhalten,
die Angst vor dem Dicksein, die unkontrollierbaren Essanfälle,
sowie die Hintergrundkonflikte einschließlich des Schlankheitsideals.
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1.
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Restriktives Essverhalten
Es ist von zentraler Bedeutung, den körperlichen Mangelzustand
direkt und gezielt zu beheben, weil es sonst zwangsläufig weiter
zu Heißhungerattacken kommt. Und die Normalisierung des Stoffwechsels
ist nur über eine Normalisierung des Essverhaltens möglich.
Und das bedeutet: Ausreichend Kalorien pro Tag, verteilt auf mehrere
Mahlzeiten, ausgewogene Zusammensetzung aus Fett, Eiweiß und
Kohlehydraten.
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2.
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Angst vor dem Dicksein
Eine normales Essverhalten löst bei bulimischen Patientinnen
Angst aus. Denn Normalisierung des Essverhaltens bedeutet, auch
wieder die Lebensmittel zu essen, die sich die Betroffenen aus Angst
vor Gewichtszunahme verboten haben. Darum ist die Behandlung der
Angst vor dem Dicksein ein ganz wichtiger und notwendiger Therapiebaustein.
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3.
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Heißhungerattacken und Essanfälle
Schon diese beiden ersten Therapieschritte (Normalisierung des Essverhaltens
und damit Behebung des körperlichen Mangelzustands, sowie Überwindung
der Angst vor Gewichtszunahme) führen zu deutlich weniger Heißhungerattacken.
Weil aber viele Essanfälle auch aufgrund von Stress oder
Stimmungsschwankungen entstehen und dann kaum zu kontrollieren sind,
werden die Heißhungerattacken mit speziellen Übungen
gesondert behandelt. Die Patientin sollte die Erfahrung machen,
dass auch in kritischen Situationen nicht automatisch Heißhunger
entstehen muss.
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4.
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Konflikte und Schlankheitsideal
Wenn sich das Essverhalten normalisiert, die Angst vor dem Dicksein
reduziert und die Heißhungerattacken weniger werden, wird
es für viele bulimische Patientinnen sehr wichtig sein, zu
lernen, wie sie besser mit Stimmungsschwankungen, Konflikten und
Belastungen umgehen können und auch das übermächtige
Bedürfnis nach Schlankheit überwinden können. Dabei
geht es darum, sich von alten Sichtweisen zu verabschieden, neue
Einsichten zu erwerben, und vor allem auch neue Strategien zu lernen,
besser als mit der Hilfe von Essstörungen Lösungen für
Konflikte und Belastungen zu finden.
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Die kognitiv-verhaltenstherapeutische Behandlung der Bulimia nervosa
besteht also aus mehreren verschiedenen Elementen. Sie müssen miteinander
kombiniert und möglichst gleichzeitig angewandt werden, um eine sichere
und langfristig stabile Änderung des Essverhaltens und damit dauerhafte
Überwindung des bulimischen Teufelskreises zu gewährleisten.
Wie die Therapieelemente kombiniert werden, hängt von der persönlichen
Ausprägung der Essstörung bei der einzelnen Patientin ab. Jede
Therapie der Bulimie wird quasi auf die individuelle Situation zugeschnitten,
damit die Patientin eine möglichst maßgeschneiderte Behandlung
erhält.
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Die Patientin lernt
sehr schnell, wieder
Kontrolle über
ihr
Essverhalten zu
bekommen...
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B
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Dauer der Behandlung:
Konzentration durch Intensivtherapie
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Häufig dauern Behandlungen von Essstörungen recht lange, nicht
selten über ein halbes Jahr. Bei der Magersucht ist das nachzuvollziehen,
wenn allein die Gewichtszunahme mehrere Monate erfordert. Generell jedoch
ist es nicht immer von Vorteil, wenn die Betroffenen durch stationäre
Behandlungsmaßnahmen sehr lange aus ihrem gewohnten Lebensumfeld entfernt sind.
In der Christoph-Dornier-Klinik in Münster wird durch die gezielte
Kombination verschiedener Therapiebausteine und durch die Intensität
der Therapie die gesamte Behandlung auf wenige Wochen
konzentriert. Bei langwierigeren und komplizierteren Formen wird anstelle eines durchgehenden
längeren Aufenthaltes eher eine Behandlung in mehreren stationären Intervallen angeboten,
die dazwischen eine Rückkehr in den Alltag und Erprobung des Erarbeiteten ermöglicht.
Die kürzeren Aufenthaltsdauern werden ermöglicht durch die konzentriertere Arbeit im Rahmen einer
Intensivtherapie, in der jeder Patient durch einen persönlichen Therapeuten mit mehreren Stunden
Einzeltherapie pro Tag individuell betreut wird.
Die intensiven und wiederholten Erfahrungen
z.B. im Umgang mit der Angst vor dem Dicksein, in der Konfrontation mit
schwierigen Essenssituationen und mit "verbotenen" Lebensmitteln,
oder in der Überwindung von Heißhungerattacken, führen
schon nach relativ kurzer Zeit zu deutlichen Veränderungen in den
Faktoren, die den Teufelskreis aufrecht erhalten. Durch die Intensität
der Übungen lernt die Patientin sehr schnell, die Probleme selbst
zu überwinden, wieder Kontrolle über ihr Essen zu bekommen und
ihr Essverhalten und damit auch die körperlichen Prozesse zu normalisieren.
Parallel wird in intensiven Einzelgesprächen wie auch in Gruppentherapien
der Hintergrund der bulimischen Essstörung bearbeitet mit dem Ziel,
alternative Lösungen für die Probleme zu finden und auszuprobieren,
die bisher das bulimische Verhalten hervorgerufen haben.
Einzelne der Übungen, vor allem die Konfrontationsübungen,
werden von der Patientin im Laufe der Behandlung zunehmend selbständig
durchgeführt, so dass gegen Ende die Therapeutin der Patientin noch
für die Einzelgespräche zur Verfügung steht, die Übungen
jedoch von der Patientin eigenverantwortlich durchgeführt werden
– die Patientin ist ihre eigene Therapeutin
geworden.
Durch die engmaschig angeleitete Umstellung der Ernährung kann recht bald eine
Normalisierung des Stoffwechsels und damit auch der Hunger- und Sattheitswahrnehmung
erreicht werden. Der Drang zu Essanfällen läßt nach, und mit den Konfrontationsübungen
kann auch allmählich die Angst vor dem Dicksein abnehmen. Die Intensität der Übungen hilft
der Patientin, relativ schnell sehr viele eigene Erfahrungen zu machen
und wieder Vertrauen in den eigenen Körper und vor allem auch in
die eigenen Fähigkeit zu bekommen. Selbstwertgefühl,
Kompetenz und Zuversicht steigen – eine wichtige Voraussetzung,
um die erreichten Fortschritte stabil zu halten.
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Die Bulimie ist eine
komplexe
Erkrankung,
die nicht eine einzige
Ursache hat...
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C
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Methoden der Behandlung:
Störungsspezifisch und vielfältig
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Die bulimische Essstörung wird durch psychische und körperliche
Prozesse aufrechterhalten. Das Denken, Erleben und Verhalten der bulimischen
Patientin ist in ganz typischer Weise verändert und nicht vergleichbar
mit anderen psychischen Störungen. Deshalb ist eine Behandlung notwendig,
die genau auf die Besonderheiten dieser Störung zugeschnitten ist.
Zugleich ist die Bulimie eine komplexe Erkrankung, die nicht eine einzige
Ursache hat, sondern durch sehr unterschiedliche Faktoren bestimmt wird.
Deshalb ist die Kombination von Therapiemethoden optimal, die genau dieses
Faktoren gezielt berücksichtigt.
1. Normalisierung des Essverhaltens
Ein normales Essverhalten bedeutet: 1) Ausreichende Kalorienmenge, um
das Gewicht zu halten. 2) Verteilung auf fünf Mahlzeiten täglich.
3) Ausgewogene Zusammensetzung aus Fett, Eiweiß, Kohlehydraten und
Ballaststoffen. 4) Auch bisher vermiedene Lebensmittel werden ohne Angst
gegessen. Die Normalisierung des Essverhaltens beginnt am ersten Tag der
Therapie. Gemeinsam mit der Patientin wird ein genauer Plan für die
einzelnen Mahlzeiten zusammengestellt. Die Patientin wählt aus und
entscheidet, was sie essen möchte – solange die Kalorienmenge
pro Mahlzeit ausreichend ist, die Nahrung sich ausgewogen zusammensetzt,
abwechslungsreich ist (und das bedeutet vor allem auch, dass die bisher
aus Angst gemiedenen Lebensmittel jetzt nicht mehr ausgelassen werden!),
und auf fünf Mahlzeiten am Tag verteilt ist.
Normalisierung
des Essverhaltens: |
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Tägliche
Kalorienzufuhr:
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2200 Kcal
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Verteilt
auf fünf Mahlzeiten:
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Frühstück
(25%):
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550 Kcal
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1. Zwischenmahlzeit
(10%):
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220 Kcal
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Mittagessen
(30%):
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660 Kcal
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2. Zwischenmahlzeit
(10%):
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220 Kcal
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Abendessen
(25%):
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550 Kcal
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Ausgewogen:
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Kohlenhydrate:
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ca. 55%
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Fett:
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ca. 30%
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Eiweiß:
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ca. 15%
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Bestehend
aus bisher vermiedenen Lebensmitteln
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2. Konfrontationstherapie gegen
die Angst vor dem Dicksein
Es ist nur natürlich, dass so manche Mahlzeit im neuen Essensplan
der Patientin Angst machen wird, dass sie jetzt zunimmt. Das gilt
besonders für die bulimischen Patientinnen, die bisher viele
Lebensmittel vermieden haben oder ihr Essen auch nach normalen Mahlzeiten
(nicht nur nach Heißhungerattacken) erbrochen haben. Diese
Angst vor der Gewichtszunahme, die für die meisten bulimischen
Patientinnen sehr typisch ist, muss gesondert behandelt werden.
Das geschieht in der modernen Verhaltenstherapie durch sog. Konfrontationsübungen.
Dabei wird die Patientin mit genau den Situationen konfrontiert,
die bei ihr diese Angst auslösen.
Das können bestimmte Lebensmittel sein (z.B. fetthaltige Mahlzeiten),
das kann aber auch die gesamte Essenssituation sein (wenn andere
zugucken oder mitessen), das kann auch der Anblick der eigenen Figur,
insbesondere von "kritischen" Körperteilen sein,
und das kann auch der Moment sein, wenn man sich auf die Waage stellt
oder ein enges Kleidungsstück anzieht. Es gibt viele Situationen,
die bei bulimischen Patientinnen die Angst vor dem Dicksein auslösen. Mit therapeutischer Hilfe lernt die Patientin wieder, sich diesen Situationen zu stellen, bis die Angst davor allmählich nachlässt.
Um die Angst vor Gewichtszunahme konsequent zu reduzieren, werden Übungen durchgeführt
insbesondere zum Einbau angstbesetzter „verbotener“ Lebensmittel in die normale
Ernährung und zur Auseinandersetzung mit der eigenen Figur z.B. mit Hilfe von Videoaufnahmen oder Spiegel.
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Auf die
ausgewogene
Zusammesetzung
der Nahrung wird
von Anfang
an geachtet...
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3. Konfrontationstherapie gegen den
Heißhunger
Für viele Patientinnen sind die Essanfälle das größte
Problem. Obwohl sich durch die Normalisierung des Essverhaltens, unterstützt
durch die Konfrontation mit normalen Mahlzeiten, auch der körperliche
Stoffwechsel wieder normalisiert und mit der Rückkehr des Hunger-Sattheits-Gefühls
auch die Heißhungeranfälle weniger werden, bleibt es bei vielen
Patientinnen zunächst noch dabei, dass immer wieder unkontrollierbare
Heißhungerattacken auftreten. Manche davon werden durch äußere
Belastungen oder innere Stimmungsschwankungen ausgelöst, manche durch
bestimmte Lebensmittel, nämlich genau diejenigen, die bisher immer
zu Essanfällen benutzt wurden. Um hier gezielt Abhilfe zu schaffen,
wird – ähnlich wie gegen die Angst – auch gegen den Heißhunger
eine Konfrontationstherapie eingesetzt, bei der die Patientin lernt, sich mit bestimmten Speisen oder Situationen zu konfrontieren, ohne dem Drang zum Essanfall nachzugeben, bis schließlich ein Nachlassen dieses Drangs spürbar wird.
4. Gruppentherapien
Von Beginn der Bulimietherapie an nimmt die Patientin an den Gruppentherapien
teil, die speziell für essgestörte Patientinnen entwickelt wurden.
Zum einen ist das eine Problemlösegruppe,
in der gemeinsam die Hintergründe und aufrechterhaltendenden Bedingungen
des gestörten Essverhaltens (also der Teufelskreis) erarbeitet werden.
Gemeinsam wird dabei nach Lösungen für einzelne Problembereiche
(z.B. der Umgang mit Konflikten oder mit Langeweile oder mit Depressionen)
gesucht. Wichtige Themen dieser Gruppentherapie sind auch, die Essstörung
besser zu verstehen, Auslöser für Heißhungerattacken schneller
zu erkennen, sich mit dem eigenen Schlankheitsideal auseinander zu setzen.
Oder zu lernen, wie der eigene Selbstwert nicht nur vom Essen oder von
der Figur abhängt, sondern auch durch andere Eigenschaften und Fähigkeiten
bestimmt wird.
Neben dieser Problemlösegruppe gibt es noch die Kochgruppe,
in der gemeinsame Mahlzeiten eingekauft, vorbereitet, gekocht und gegessen
werden. Weitere spezielle Gruppentherapien sind das "Soziale Kompetenztraining", in dem geübt werden kann, sich
angemessen durchzusetzen, zwischenmenschliche Konflikte besser zu bewältigen,
oder zu lernen, wie Kontakte geknüpft und Beziehungen verbessert
werden können, sowie die Körpertherapiegruppe, in der es um eine Auseinandersetzung mit Körper- und Gefühlswahrnehmung geht.
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Die Behandlung
findet in der Regel
von Anfang an in
einem 1:1-Verhältnis
statt
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5. Einzeltherapien
Hauptbaustein der Bulimietherapie ist die Einzeltherapie. Die Einzeltherapie
ist der Ort, um Hintergründe der Störung wie auch der Behandlung
besser zu verstehen, auftretende Probleme bei der Änderung des Essverhaltens
zu lösen, Auswege aus Konflikten und Belastungen zu finden.
Jede Patientin hat einen persönlichen Therapeuten, der für sie zuständig ist und jeden Tag in mehreren Einzeltherapiesitzungen mit ihr arbeitet.
Die Übungen, z. B. im Rahmen der Konfrontationsbehandlung, sind sehr
intensiv und aufwendig, und werden durch die enge therapeutische Betreuung
ganz auf die persönlichen Ziele und Probleme der Patientin abgestimmt.
So lernt die Patientin durch eigene Erfahrungen, ihr Essverhalten selbst
zu verbessern und zu stabilisieren. Im Laufe der Behandlung wird die Patientin
immer selbständiger und führt viele Übungen ganz eigenständig
durch – sie wird zur eigenen Expertin
für ihre Störung. Deshalb ist die Patientin auch von Beginn
an genauestens über jeden therapeutischen Schritt informiert und
weiß, warum und zu welchem Zweck die einzelnen Therapieübungen
durchgeführt werden.
6. Familientherapie
Bei vielen bulimischen Essstörungen ist es wichtig, die Familienmitglieder
oder den Lebenspartner in die Behandlung einzubeziehen. Es ist wichtig,
dass alle Familienmitglieder (oder der Partner) über die Hintergründe
der Erkrankung, aber vor allem auch über das konkrete Vorgehen in
der Behandlung genau informiert
sind.
Deshalb raten wir dazu, dass die Angehörigen die Patientin möglichst
schon vor der Behandlung zur Eingangsdiagnostik begleiten, damit wir in
gemeinsamen Gesprächen einen möglichst umfassenden Eindruck
von der Situation zu Hause bekommen und die Familie oder der Partner
auch von Anfang an über Hintergründe und Vorgehen in der Therapie
informiert ist. Auch während der Behandlung
und darüber hinaus
können je nach Bedarf immer wieder gemeinsame Gespräche
stattfinden; teilweise werden die Familienangehörigen oder Partner
auch in einzelne therapeutische Übungen einbezogen.
7. Medikamente
In der Behandlung der Bulimie ist die Psychotherapie, und zwar die störungsspezifische
Psychotherapie, die Methode der ersten Wahl. Ohne Änderung des Essverhaltens
gibt es keine Besserung. Nur in seltenen Fällen, wenn nämlich
zusätzliche psychische oder körperliche Störungen vorliegen,
ist es angezeigt, medikamentös zu behandeln. Das ist z.B. dann der
Fall, wenn die Patientin sehr depressiv ist, und deshalb von der Psychotherapie
nicht recht profitieren kann.
8. Visiten
Um die körperlichen Probleme, die mit einer bulimischen Essstörung
einhergehen können, aber auch um mögliche psychiatrische Komplikationen
rechtzeitig zu erkennen und therapieren zu können, nehmen die Patientinnen
mindestens einmal wöchentlich an ärztlichen Visiten teil. Die
Visiten werden als Einzelgespräche durchgeführt, um ganz auf
die individuellen Anteile der Behandlung eingehen zu können. In den
Visiten wird auch über den eventuellen Einsatz von Medikamenten gesprochen.
9. Ärztliche Untersuchungen.
Die körperlichen Folgen des bulimischen Essverhaltens machen es notwendig,
von Anfang an regelmäßige ärztliche Untersuchungen durchzuführen.
Dabei werden Blutbild, Stoffwechsel, Herz-Kreislauf-Funktionen und der
allgemeine körperliche Zustand sorgfältig überwacht, um
sicherzustellen, dass die Behandlung auch auf
körperlicher Ebene die gewünschten
Ziele erreicht.
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© CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2009
Tibusstrasse 7- 11, 48143 Münster, Telefon: 0251 48 10-0
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