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BEHANDLUNG VON ANGSTSTÖRUNGEN |
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Die kognitive
Verhaltenstherapie
der Ängste
ist die mit
Abstand
erfolgreichste
Therapiemethode...
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Die moderne Psychotherapie, insbesondere die kognitive
Verhaltenstherapie, hat in den letzten Jahren enorme Erfolge in
der Behandlung von Angststörungen erreicht. Vor allem durch Behandlungskonzepte,
die genau auf die einzelnen Angststörungen spezialisiert sind, können
heute Therapieergebnisse erreicht werden, die eine deutliche Besserung
bei mehr als 80% der Behandelten versprechen. Und diese Besserungen sind
stabil; auch nach mehreren Jahren berichten die mit kognitiver Verhaltenstherapie
behandelten Patienten noch von deutlicher Besserung oder sogar Symptomfreiheit.
Die kognitive Verhaltenstherapie der Ängste ist die mit Abstand
erfolgreichste Therapiemethode der modernen Psychotherapie.
Dennoch: 80-90% Therapieerfolg bedeutet auch, dass nach wie vor 10-20%
der so Behandelten nicht ausreichend von der Therapie profitieren. Das
liegt oft daran, dass die an sich bewährten und in zahlreichen Studien
geprüften Therapiemethoden nicht sorgfältig genug auf den Einzelfall
angepasst werden; ein anderer Grund liegt darin begründet, dass in
den meisten Kliniken oder auch Einzelpraxen oft die Rahmenbedingungen
nicht optimal sind, um die Therapie wirklich effektiv anzuwenden. Denn
gerade die erfolgreiche Angstbehandlung der kognitiven Verhaltenstherapie
braucht Zeit, Intensität und Flexibilität.
In der Christoph-Dornier-Klinik
haben wir uns bemüht, dies zu berücksichtigen und die notwendigen
Behandlungen möglichst optimal auf die persönliche Situation
jedes einzelnen Patienten anzupassen. So haben wir z.B. für einzelne
Übungen mehrere Stunden pro Tag Zeit für unsere Patienten oder
wir können die Übungen dort durchführen, wo die Angststörung
normalerweise auftritt.

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Zunächst ist es
notwendig, die
genaue Diagnose
zu ermitteln...
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A
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Phasen der Angstbehandlung
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Unabhängig von der Art der Angststörung besteht jede Angstbehandlung
aus mehreren unterschiedlichen Phasen:
Zunächst ist es notwendig, die genaue Diagnose zu ermitteln und
vor allem die im Einzelfall bedeutsamen Ursachen der Angststörung
sorgfältig zu erfassen, um zu verstehen, wie die Angststörung
entstanden ist und wodurch sie aufrecht erhalten wird. Denn nur, wenn
wir diese Faktoren (individuelle Anfälligkeit, spezifische Auslöser,
persönliche Teufelskreise aus Vermeidung, Angstgedanken und möglicherweise
Entlastung) und ihr Zusammenwirken genau kennen, können wir mit dem
Patienten einen konkreten Behandlungsplan entwerfen. Das ist sehr wichtig,
denn Patienten, die ihre Angststörung mit Hilfe einer Psychotherapie
überwinden wollen, sollten möglichst genau wissen, was in der
Therapie auf sie zukommt, warum welche Übungen notwendig sind, wie
diese therapeutischen Übungen wirken und welche Veränderungen
zu erwarten sind. In einem Satz: Sie sollten alle Vor- und Nachteile der
Behandlung genau prüfen, bevor sie sich entscheiden, diese Behandlung
auf sich zu nehmen.
Alle diese Fragen, auch solche organisatorischer Art, werden
während der zweitägigen Eingangsdiagnostik geklärt.
Dann geht der Patient zunächst wieder nach Hause und kann in Ruhe
alle Vor- und Nachteile des Behandlungsvorschlags erwägen. Erst danach
wird – falls gewünscht - ein fester Termin für den Beginn
der stationären Behandlung vereinbart.
Die Behandlung selbst besteht aus drei Phasen: Einer sorgfältigen
Planung der einzelnen Therapieschritte (das dauert in der Regel einige
Tage); der eigentlichen Intensivtherapie, durch die eine effektive Überwindung
der Ängste erreicht werden soll; und einer dritten Phase, die der
Patient aber schon wieder zu Hause durchläuft, in der unter normalen
Alltagsbedingungen die erreichten Veränderungen erprobt und weiter
verfestigt werden können.
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Die Teufelskreise
der Angst
sind
die
wichtigsten Ursachen,
die behandelt
werden müssen...
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B
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Ansatzpunkte der Angstbehandlung
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Was geschieht in der kognitiv-verhaltenstherapeutischen Behandlung von
Ängsten? Diese Frage lässt sich nicht allgemeingültig
beantworten, denn jede Therapie wird auf den Einzelfall angepasst und
sieht anders aus. Dennoch lassen sich einige Ansatzpunkte aufzeigen, die
in allen Therapien wirksam werden:
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Die Angststörung verstehen
Damit die einzelnen Ursachen für die Angststörung erfolgreich
bekämpft werden können, ist es für den Therapeuten
und den Patienten sehr wichtig, die Bedeutung der einzelnen Störungsursachen
und deren Zusammenspiel genau zu verstehen. Darum führen wir
im Rahmen der stationären Therapie vor Beginn der intensiven
Übungen eine genaue Analyse und Planung der einzelnen Therapieschritte
durch. Das kann, je nach Einzelfall, mehrere Tage in Anspruch nehmen.
Denn uns ist es sehr wichtig, dass der Patient zum Experten seiner
eigenen Problematik wird und später genau weiß, wie er
sich im Falle von Angst verhalten kann. Wir wissen aus vielen
Erfahrungen, dass durch die sorgfältige Problemanalyse und
Klärung der Ursachen die eigentliche Überwindung der Ängste
sehr viel erfolgreicher gestaltet werden kann.
In diesem Zusammenhang ist es sehr wichtig, die persönlichen
Ziele des Patienten herauszuarbeiten, auch solche, die über
die Bewältigung der Ängste hinausgehen. Besonders wenn
die Ängste seit langer Zeit bestehen ist es hilfreich, manchmal
auch notwendig, sich über neue und alte Lebensziele klar zu
werden und Wege zu finden, diese persönlichen Ziele zu erreichen.
Wir wollen unseren Patienten dabei helfen, sich über ihre Perspektiven
klar zu werden und sie in ihrem Alltag zu verwirklichen. Das Beste,
was wir dafür tun können, ist die Fähigkeit des Patienten
zu stärken, sich selbst zu helfen. Aber wir wissen, dass dieser
Weg nach langen Jahren voller Angst am Anfang nicht ganz leicht
ist. Deshalb stehen wir unseren Patienten auch nach Abschluss der
Intensivphase, die manchmal nicht länger als 2 Wochen dauert,
noch zur Verfügung.
Insbesondere in der Selbstkontrollphase halten wir engen Kontakt
zu unseren Patienten, um die ersten Erfahrungen mit Angstbewältigung
im häuslichen oder beruflichen Alltag zu unterstützen.
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Ursachen bekämpfen
Die persönliche Anfälligkeit
wird in der Regel durch Verbesserungen des körperlichen Zustandes
wie auch durch Verbesserungen der Stressbewältigung, der Selbsteinschätzungen
und der Selbstwahrnehmungen (Sensibilität) reduziert. Körpertherapie,
Sport oder Entspannungstraining können hier hilfreich sein,
manchmal auch Veränderungen im Umfeld des Patienten. Am wirksamsten
für die Verbesserung der Stressbewältigung, wie auch für
die Verbesserung der Selbstwahrnehmung, ist sicher die kognitive
Therapie, in der es um das Erkennen und Verändern von automatischen
Gedanken und ungünstigen Selbstbewertungen geht.
Typische Auslöser für
Angstreaktionen sind meistens in der Vergangenheit wirksam gewesen
und können deshalb natürlich schlecht im Nachhinein geändert
werden. Wenn aber diese Auslöser weiter aktiv sind, z.B. der
tägliche Stress durch berufliche Belastungen oder Konflikte
in der Familie immer wieder Ängste auslösen, wird es in
der Therapie auch um Verbesserungen dieser Situationen gehen. Zunächst
ist zu klären, wie diese Belastungen zu Stande kommen, wie
diese Konflikte immer wieder produziert werden, und warum sie nicht
befriedigend gelöst werden können. In diesen Fällen
sind Problemlösetrainings sehr effektiv, in manchen Fällen
auch Behandlungsmethoden, die die soziale Kompetenz des Patienten
erhöhen, d.h. ihn befähigen, besser und stressfreier mit
zwischenmenschlichen Konflikten umzugehen. Auch im Umgang mit Belastungen
hat sich die kognitive Therapie sehr bewährt, denn die Art
und Weise wie wir den Stress wahrnehmen und ihn bewerten hat entscheidenden
Einfluss darauf, wie sich dieser Stress auf unser Befinden auswirkt.
Die Teufelskreise der Angst,
die durch Vermeidung, Angstgedanken und Entlastung die Angststörung
aufrechterhalten werden, sind mit Abstand die wichtigsten Ursachen,
die in der Therapie behandelt werden müssen. Denn sie sind
die eigentlichen Hindernisse, die den Betroffenen davon abhalten,
seine Angststörung aus eigener Kraft zu überwinden. Deshalb
liegt der Schwerpunkt der kognitiven Angstbehandlung eindeutig auf
der Behandlung dieser aufrechterhaltenden Ursachen.
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Die Konfrontations-
therapie,
zählt zu den
effektivsten Metho-
den
der modernen
Psychotherapie...
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Die Konfrontationstherapie
Durch Vermeidung und Flucht können Betroffene ihre Ängste in
bestimmten Situationen recht erfolgreich meistern, auch wenn diese Möglichkeiten
nur für kurze Zeit wirksam sind. Langfristig jedoch ist es genau
dieses Vermeidungsverhalten, das die Angst aufrecht erhält.
Das Flucht- und Vermeidungsverhalten sollte also möglichst unterbleiben,
damit der Patient die Erfahrung machen kann, dass auch ein Leben ohne
Angst möglich ist. Diese Erfahrung fehlt ihm aber in der Regel, und
das aus gutem Grund: Denn wenn ein Mensch, der unter Angststörungen
leidet, eine entsprechend bedrohliche Situation wirklich aufsuchen würde,
also nichts tut, um dies zu vermeiden, dann tritt tatsächlich Angst
auf, und zwar meistens auf sehr unangenehme Weise.
Was passiert aber, wenn die Situation trotzdem nicht vermieden wird,
wenn der Betroffene auch dann nicht aus ihr flieht, wenn die Panik sehr
stark wird? Tatsächlich geschieht dann etwas sehr Eigenartiges: Die
Angst und alle mit ihr verbundenen körperlichen Symptome werden zunächst
stärker, auch die Katastrophengedanken und die Panikgefühle
werden sehr intensiv. Das ist zu erwarten. Diese starke Panik hält
auch eine ganz Weile an. Doch nach einer Weile (allerdings nur dann, wenn
man die Situation nicht verlässt und die Panik mit all ihren Begleiterscheinungen
zulässt) werden zunächst die körperlichen Angstsymptome,
dann die emotionalen und gedanklichen Angstreaktionen allmählich
geringer.
Das geht langsam, aber es geschieht sehr zuverlässig. Und nach einiger
Zeit (das kann 20 Minuten, aber auch deutlich länger dauern), ist
von der Angst und ihren Symptomen gar nicht mehr so viel zu spüren.
Obwohl man in der Situation geblieben ist, sich nicht absichtlich beruhigt
oder abgelenkt hat und auch sonst nichts getan hat, um die Angst bewusst
zu unterdrücken.
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Entwicklung der Angst
Warum ist das so? Dieses Phänomen, dass die Angstreaktion sich in
der Konfrontation mit der Angstsituation nach einer Weile wie von alleine
reduziert, nennt man "Habituation". Das bedeutet "Gewöhnung"
und damit ist ein körperlicher Prozess gemeint.
Denn es ist der Körper mit seinen Alarmreaktionen
(Adrenalin ausschütten, Kreislauf hochfahren, Atem beschleunigen,
Schweißdrüsen aktivieren usw.), der die Panik antreibt. Der
Körper hat aber nur für begrenzte Zeit Reserven, um diesen hochaktiven
Zustand aufrecht zu erhalten. Eben so lange, wie für eine
Flucht- oder Kampfreaktion notwendig wäre. Wenn der Mensch nichts
tut, also nicht flieht oder nicht vermeidet, bleibt der Körper noch
eine Weile in seiner Alarmbereitschaft, erschöpft sich nach
einiger Zeit und ist dann nicht mehr in der Lage, Angst zu produzieren.
Dieses Phänomen kann man psychologisch nutzen: Wenn der Angstpatient
durch diese Habituation (körperliche
Gewöhnung) mehrmals die Erfahrung macht, dass die vorher bedrohliche
Situation auch ohne Angst erlebt werden kann, wird diese Situation in
Zukunft auch immer weniger Angst auslösen. Bei den ersten Übungen
allerdings wird noch Angst aktiviert, doch das Gedächtnis für
diese körperlichen Reaktionen lässt schnell nach, wenn auf das
Flucht- und Vermeidungsverhalten verzichtet und die Angst zunächst
ausgehalten wird. Die Reaktionen werden von Mal zu Mal schwächer.
Durch wiederholte Übungen (hier gilt wirklich: Übung macht den
Meister!) kann es so gelingen, die Angst vor der Situation ganz zu reduzieren.
Der Körper (und mit der Erfahrung auch das Gefühl und die Gedanken)
reagiert nicht mehr mit automatischer Angst auf die vorher noch bedrohliche
Situation.
Die Konfrontationstherapie, auch
Expositionstherapie genannt, zählt
zu den effektivsten Methoden der modernen Psychotherapie. Es ist in zahlreichen
Untersuchungen immer wieder bestätigt und verfeinert worden, und
gilt als beste Möglichkeit, verschiedene Ängste zu behandeln.
Allerdings ist diese Methode nicht sehr angenehm, denn die Angst muss
zunächst deutlich erlebt werden, damit die Wirkung der Habituation
auch greifen kann. Es geht also nicht darum sich zu beweisen, dass gar
keine Angst auftritt, wenn man doch wieder Fahrstuhl fährt, ins Kaufhaus
geht, mit dem Flugzeug fliegt oder vor vielen Menschen eine Rede hält.
Die Angst wird und muss zunächst auftreten, und zwar deutlich spürbar.
Erst dann kann die körperliche Gewöhnung wirksam werden. Und
erst dann kann auch die Gewissheit eintreten, die Angst wirklich überwunden
zu haben.
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Gerade intensive
Übungen erfordern
eine sorgfältige
therapeutische
Begleitung...
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Optimierung
der Konfrontationstherapie der CDK |
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Eine wirksame Habituationserfahrung muss sorgfältig vorbereitet
werden, damit die spezielle Angstreaktion auch wirklich auftritt.
Dazu müssen vorher auch alle offensichtlichen und verdeckten
Vermeidungsstrategien des
Patienten analysiert werden, damit in der Übungssituation auch
eine echte Exposition stattfinden
kann. In den meisten Fällen ist es nicht möglich, solche
Erfahrungen erfolgreich alleine zu meistern.
Gerade die intensiven Übungen erfordern eine sorgfältige
therapeutische Begleitung. Wir führen deshalb die Expositionstherapie
grundsätzlich in Einzeltherapien durch. Wichtig ist auch, dass
ausreichend Zeit zur Verfügung steht, um eine stabile Gewöhnung
zu erreichen. Deshalb nehmen wir uns für unsere Patienten für
solche Übungen ausreichend Zeit, oft mehrere Stunden hintereinander.
Und es ist wichtig, dass diese Übungen oft genug wiederholt
werden, damit auch die Angst vor
der Angst erfolgreich beseitigt werden kann. Deshalb führen
wir diese Übungen täglich durch, in aller Intensität
und in enger persönlicher Betreuung durch spezialisierte Therapeuten.
Und schließlich sollten diese Übungen nicht im "geschützten
Raum" der Klinik stattfinden, sondern dort, wo die Angst auch
im wirklichen Leben auftritt: Im echten Kaufhaus, im echten Flugzeug,
im echten Kino, im echten Hörsaal usw. Deshalb finden die meisten
der Expositionsübungen sehr realitätsnah im Alltag statt.
Durch diese Intensivierung der Expositionstherapie kann die Behandlungszeit
in den meisten Fällen einer Angststörung auf wenige Wochen
reduziert werden.
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Kognitive Therapiemethoden
Neben dem Vermeidungsverhalten, das in der Expositionstherapie sehr gut
behandelt werden kann, sind es in vielen Fällen gedankliche Befürchtungen,
die die Angststörung aufrechterhalten. Zwar werden durch die Expositionserfahrungen
auch diese Befürchtungen recht gut bearbeitet und verändert,
aber man kann durch spezielle Beachtung dieser "Katastrophengedanken"
die Behandlung deutlich verbessern. Dies geschieht durch sog. kognitive
Behandlungsmethoden.
Der Patient lernt dabei, seine eigenen Befürchtungen, die oft automatisch
und so blitzschnell ablaufen, dass er sie gar nicht recht wahrnimmt, besser
zu erkennen und gezielt zu verändern. Viele dieser Befürchtungen
sind nämlich gar nicht so realistisch, wie sie dem Betroffenen in
der Angstsituation erscheinen. Viele Angstpatienten wissen z.B. sehr genau,
dass ihre Sorgen übertrieben oder unbegründet sind, dass andere
Menschen nicht wirklich schlecht von ihnen denken, dass sie im Bus nicht
automatisch an einem Herzinfarkt sterben usw.. In der Angstsituation jedoch
haben oft nur noch diese Gedanken Platz und erlauben keinen sinnvollen
Gedanken mehr. Die aber lassen sich lernen. Die kognitive Therapie hilft,
die eigenen Gedanken besser zu steuern
und somit mutiger und rationaler die eigenen Ängste zu bewältigen.
In kleinen Schritten können so neue Erfahrungen gemacht werden, die
allmählich die Angst vor der Angst verringern und das Selbstbewusstsein
stärken.
Die kognitive Therapie ist besonders wirksam, wenn sie mit Expositionsübungen
verbunden wird. Auch die kognitive Therapie wird in der Christoph-Dornier-Klinik
vor allem in der Einzeltherapie durchgeführt. Der Therapeut analysiert
gemeinsam mit dem Patienten seine typischen und persönlichen Angstgedanken
und hilft dem Patienten, diese automatischen Gedanken schnell und zuverlässig
zu identifizieren.
So können diese Katastrophengedanken
in Frage gestellt, verändert und durch rationalere Gedanken ersetzt
werden, damit es in schwierigen Situationen nicht automatisch zu einer
Panikeskalation kommt.
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Die Therapie ist
genau
auf die
individuelle
Angststörung
abzustimmen...
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D
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Unterschiede
in der Behandlung verschiedener
Angststörungen
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Da die Ängste sich bei allen Angststörungen in ihrer Symptomatik
sehr ähneln, und auch in ihren Ursachen viele Gemeinsamkeiten haben,
können die wesentlichen Therapieprinzipien der Angstbehandlung bei
allen Angststörungen sehr erfolgreich eingesetzt werden. Allerdings
ist die Therapie dabei genau auf die individuelle Angststörung abzustimmen.
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Bei Panik mit Agoraphobie
sind das z.B. oft Situationen, in denen der Patient fürchtet,
keine Hilfe zu bekommen oder aus denen er nicht fliehen kann. Mit
solchen Patienten würden wir dann diese Situationen aufsuchen,
z.B. Busfahren, einen Kirchturm besteigen, Fahrstuhl fahren usw.
In diesen Situationen würde dann das Flucht- oder Vermeidungsverhalten
unterbunden, bis eine wirksame Habituation eintritt.
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Ein ähnliches Vorgehen ist für reine
Agoraphobien angezeigt. Auch dabei wird es darum gehen, vor
allem das ausgeprägte Vermeidungsverhalten zu reduzieren, um
so allmählich wieder mehr Freiheit im Verhalten und im Alltag
zu erobern.
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Die Behandlung der einfachen Phobien,
wo nur ganz bestimmte Objekte oder Situationen die Angst auslösen,
konzentrieren sich die Expositionsübungen eindeutig auf diese
speziellen Situationen. Der Verlauf der Behandlung ist ansonsten
ähnlich wie bei agoraphobischen Ängsten.
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Bei sozialen Phobien stehen
Situationen im Zentrum der Therapie, die die Angst auslösen
sich zu blamieren oder als Versager dazustehen. Das könnte
die Teilnahme an einer Vorlesung sein, oder Essen gehen in öffentlichen
Restaurants, oder selbst einen Vortrag halten usw. Sozial ängstliche
Menschen haben oft auch das Problem, dass sie nicht recht wissen,
wie sie sich im Kontakt mit anderen Menschen verhalten sollen, wie
sie Nein sagen sollen oder Forderungen stellen können. In diesen
Fällen wird die Therapie um ein Training in sozialer Kompetenz
ergänzt, um im Umgang mit solchen schwierigen zwischenmenschlichen
Situationen sicherer zu werden. Für die Besserung der Selbstwahrnehmung
und des Selbstbewusstseins hat sich bei sozialen Phobien insbesondere
auch die kognitive Therapie bewährt.
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Bei reinen Panikstörungen,
wo Vermeidung nicht die zentrale Rolle spielt, steht die kognitive
Therapie im Vordergrund der Behandlung. Der Patient lernt vor allem,
seine Katastrophengedanken zu verändern und dann, wenn sich
eine Panik durch körperliche Symptome ankündigt, mit angemesseneren
Gedanken zu reagieren. Dieses Vorgehen muss in den meisten Fällen
allerdings durch Expositionsübungen ergänzt werden, damit
sich auch hier die Erfahrung einstellen kann, selbst die Ängste
überwunden zu haben.
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Auch bei der Generalisierten Angststörung
bildet die kognitive Therapie den Schwerpunkt, wobei es dabei weniger
um Katastrophengedanken wie bei Panikattacken, sondern mehr um den
gedanklichen Umgang mit ständigem Sorgen geht. Belastungen
des Alltags, Konflikte und Lebensziele sind Inhalte von Behandlungsmethoden,
die sich um die effektive Lösung von Problemen bemühen.
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Jede Behandlung ist also auf die Besonderheit der jeweiligen Angststörung
abgestimmt. Wenn die Angststörung noch mit weiteren Störungen
verknüpft ist, z.B. mit Depressionen oder Essstörungen, wird
die spezielle Angstbehandlung um weitere Therapiekomponenten ergänzt.
Besonders effektiv wird die Behandlung von Ängsten in der Christoph-Dornier-Klinik
dadurch, dass
sowohl Expositionsübungen als auch kognitive Therapie im Rahmen einer symptomorientierten Intensivbehandlung durchgeführt werden, d.h.
sowohl für die kognitiven Therapien
wie auch für die wichtigen Übungen der Expositionstherapien
steht jedem Patienten sein eigener Therapeut zur Verfügung. So sind sehr intensive Erfahrungen
in der Bewältigung der Ängste möglich, und diese neuen
Erfahrungen können ganz auf die persönliche Situation jedes
Patienten zugeschnitten werden.
Ein weiterer Vorteil ist dadurch gewährleistet, dass die notwendigen
Übungen in realistischen Alltagssituationen durchgeführt werden,
also dort, wo die Ängste auch tatsächlich auftreten.
Diese Besonderheiten des Behandlungsrahmens tragen ganz wesentlich dazu
bei, dass der Patient lernt, seine Ängste aus eigener Kraft zu überwinden
und damit zu seinem eigenen Experten zu werden – eine wesentliche
Voraussetzung, um die in der Behandlung erreichten Erfolge auch langfristig
zu sichern.
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Im Durchschnitt
können auf diese
Weise 80% der
Patienten geheilt
werden...
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Die Behandlung von Ängsten mit verhaltenstherapeutischer Konfrontationsbehandlung
und kognitiver Therapie gilt international als sehr erfolgreich. Der Erfolg
dieser Methode ist in zahlreichen Studien und klinischen Erfahrungen nachgewiesen
und überprüft. Im Durchschnitt können auf diese Weise 80%
der Patienten von ihren Angststörungen geheilt werden, und zwar so
erfolgreich, dass die Verbesserungen bei diesen 80% auch nach mehreren
Jahren noch stabil sind.
Die Erfolgsquote ist relativ unabhängig von Dauer und Art der Angststörung. Allerdings spielt es eine erhebliche Rolle, wie intensiv die Therapie
gestaltet wird, d.h. wie massiv die Expositionsübungen durchgeführt werden und wie konsequent
das bisherige Vermeidungsverhalten des Patienten verhindert werden kann.
Zweitens ist es wichtig, den Patienten sorgfältig auf die Behandlung
vorzubereiten: eine Konfrontationstherapie lässt sich nicht einfach
"verordnen", sondern sollte gemeinsam mit dem Patienten geplant
werden, damit der Patient sich von Beginn an als Experte in der Überwindung
der Angst erleben kann. Zum dritten sollten die Expositionsübungen
möglichst genau auf die persönlichen Schwierigkeiten und Möglichkeiten
des einzelnen Patienten abgestimmt sein; dies erfordert ein genaues Verständnis
der individuellen Hintergründe, die für die Angststörung
im Einzelfall verantwortlich sind. Viertens sollte die Behandlung möglichst
alltagsnah und wirklichkeitsgetreu durchgeführt werden, also dort,
wo die Angst tatsächlich auftritt.
In der Christoph-Dornier-Klinik
bemühen wir uns, diese Aspekte in der Gestaltung unserer Behandlungen
besonders zu berücksichtigen. Denn wir möchten über die
80% erfolgreichen Behandlungen hinaus auch die 20% der Patienten erreichen,
die unter üblichen Bedingungen bisher nicht von der kognitiven Verhaltenstherapie
profitieren konnten. Wir haben die Angstbehandlung in der Christoph-Dornier-Klinik
deshalb so gestaltet, dass die Intensität der Therapien, ihre sorgfältige
Vorbereitung und persönliche Ausrichtung, sowie die Alltagsnähe
der Behandlungen besonders berücksichtigt werden können.
Die Wirksamkeit der Methoden, die in der Christoph-Dornier-Klinik angewendet werden, wird laufend überprüft. Dazu werden unter anderem Patientenbefragungen 6 Wochen, 1 Jahr und 5 Jahre nach Abschluss der Therapie eingesetzt. Dennoch wollen wir uns nicht nur auf eigene Maßnahmen zur Qualitätssicherung verlassen und beziehen deshalb neue Ergebnisse der internationalen Psychotherapieforschung in die Planung und Umsetzung der verschiedenen Therapiebausteine ein. Diese Orientierung an wissenschaftlicher Forschung und deren konsequente Umsetzung , aber auch die kontinuierliche Weiterbildung und engmaschige Supervision der Therapeuten, macht die lang anhaltenden Therapieerfolge möglich. So berichten 1 Jahr nach Abschluss der Intensivtherapie 88,4% aller behandelten Angstpatienten über anhaltenden Therapieerfolg im Sinne einer deutlichen Besserung. 5 Jahre nach Therapieende fühlen sich immer noch 86,7% der Patienten deutlich gebessert.
Genauere Untersuchungen haben gezeigt, dass folgende Maßnahmen
wesentlich zu diesen Erfolgen beitragen: Erstens die sorgfältige
Vorbereitung der Patienten, wodurch vor allem die Motivation erhöht
wird, sich auch mit schwierigen Situationen zu konfrontieren. Zweitens
die konsequente Unterbindung von Vermeidungsverhalten, wodurch Erfolgserlebisse in vielen der vorherigen Angstsituationen möglich
werden. Drittens die persönliche Ausrichtung der Behandlungen auf
die individuellen Probleme und Ziele der Patienten. Viertens die Alltagsnähe
der Therapien, die zwar für die Patienten oft belastend erlebt wird,
aber eben auch hilfreich in der Bewältigung realistischer Ängste
ist. Und fünftens die Betonung der Eigenständigkeit der Patienten
in der Überwindung ihrer Ängste. |
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© CDK CHRISTOPH-DORNIER-KLINIK GmbH, 2009
Tibusstrasse 7- 11, 48143 Münster, Telefon: 0251 48 10-0
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